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Interview zu 'Alles steht Kopf'

Mit den Machern des Films Pete Docter und Jonas Rivera

Endlich ist es soweit - "Alles steht Kopf" ist in den deutschen Kinos! Dieser Film wird das Kinohighlight des Jahres, das verspreche ich euch. Wir hatten die einmalige Chance, ein Interview mit den Machern des Films, dem Erfinder der Geschichte und Regisseur Pete Docter und dem Produzent Jonas Rivera, zu sprechen. Was sie uns über sich und den Film verraten haben, erfahrt ihr hier!

  • Der neue Film von Pixar 'Alles steht Kopf' (im engl. Original 'Inside Out')

    Der neue Film von Pixar 'Alles steht Kopf' (im engl. Original 'Inside Out')

  • Pete Docter und Jonas Rivera - die Macher des Films.

    Pete Docter und Jonas Rivera - die Macher des Films.

  • Die beiden arbeiten schon lange zusammen und haben gemeinsam schon viele tolle Filme gemacht.

    Die beiden arbeiten schon lange zusammen und haben gemeinsam schon viele tolle Filme gemacht.

  • Dass die beiden auch privat sehr witzige Menschen sind, sieht man zum Beispiel auf Instagram.

    Dass die beiden auch privat sehr witzige Menschen sind, sieht man zum Beispiel auf Instagram.

  • Pete hat bei Pixar als Animations-Künstler angefangen!

    Pete hat bei Pixar als Animations-Künstler angefangen!

  • Auf Instagram lädt er immer noch Zeichnungen von sich hoch.

    Auf Instagram lädt er immer noch Zeichnungen von sich hoch.

  • So wie zum Beispiel diese Skizzen zu den Charakteren des neuen Films.

    So wie zum Beispiel diese Skizzen zu den Charakteren des neuen Films.

  • Kummer wird die Herzen der Kinobesucher im Sturm erobern!

    Kummer wird die Herzen der Kinobesucher im Sturm erobern!

  • Folgt @PeteDocter auf Instagram für mehr!

    Folgt @PeteDocter auf Instagram für mehr!

Pete Docter und Jonas Rivera arbeiten seit vielen Jahren bei Pixar und haben gemeinsam schon so einige wirklich tolle Filme gemacht, zum Beispiel "Toy Story", "Die Monster AG", "WALL-E" und "Oben". Uns haben sie ein bisschen mehr über ihren neuen Film "Alles steht Kopf" erzählt.

Warum sind Gefühle so ein wichtiges Thema? Warum habt ihr euch dafür entschieden einen Animationsfilm dazu zu machen?

Pete: Das reizvollste an der Sache war, dass wir diese Charaktere erarbeiten konnten, die so deutlich und stark in dem sind, was sie fühlen, glauben und wofür sie stehen. Das ist etwas, das die Animation richtig gut kann. Die Möglichkeit großartige Charaktere mit tollem Humor zu kombinieren hat uns am meisten gefallen. 

Jonas: Dann haben wir uns tiefer mit der Thematik beschäftigt und festgestellt, dass es einen Grund gibt, weshalb wir diese Emotionen haben. Uns gefällt die Idee, dass ein Gefühl, das sich negativ anfühlt, wie zum Beispiel Wut, eigentlich nicht negativ ist, sondern einen Sinn hat. Es gibt gute Gründe, weshalb du Wut fühlst: um sicherzustellen, dass alles fair abläuft. Ungerechtigkeit zum Beispiel ist etwas, das falsch ist. Wut ist der Antrieb, der dich dazu bringt dagegen vor zu gehen. Das hat uns fasziniert und brachte uns auf den Gedanken, dass jede Emotion eine Aufgabe hat und es einen Grund gibt, weshalb wir sie empfinden. Und das wiederum bringt uns zurück zu Petes Idee, dass das wirklich lustig sein kann, weil wir Konflikte erarbeiten und den Zuschauern aufzeigen können, was im Inneren des Kopfes passiert - auf eine witzige, aber wahre Art und Weise.

Pete: Letztlich, weil wir schon so tief in der Thematik steckten, fanden wir heraus, dass die Leute, mit denen du dich am meisten verbunden fühlst, normalerweise die Menschen sind, mit denen du zwar viele gute Zeiten verbracht, aber eben auch Probleme durchlebt hast und ihr manchmal vielleicht auch aufeinander sauer ward.

Wie bessert ihr eure Laune auf, wenn ihr euch einmal traurig fühlt? Habt ihr einen Song den ihr dann gerne hört, oder schaut ihr lustige YouTube-Videos?

Pete: Naja, die Aussage des Films ist ja eigentlich: Versuch deine Gefühle nicht zu ignorieren. Durchlaufe die Phase der Traurigkeit. Es scheint hilfreich, dieses Gefühl zu durchleben, anstatt ihm den Rücken zuzukehren.

Jonas: Ich habe kleine Kinder, also glaube ich, dass meine Antwort ist: Ich hänge einfach mit ihnen rum. Für sie ist einfach alles noch unglaublich und großartig und das ist ziemlich cool.

Was ist eure liebste Kindheitserinnerung?

Jonas: Als ich 3 Jahre alt war, bin ich das erste Mal ins Disneyland gefahren. Ich erinnere mich genau daran und kann es mir noch immer vor Augen rufen. Es war dort so cool und riesig und magisch! Ich glaube das hat meinen Berufsweg beeinflusst. Meine Liebe zur Animation und zu Disney kommt daher. Und ich weiß, dass es ein wichtiges Ereignis war, weil ich noch immer viel daran denken muss, auch wenn es gefühlt 100 Jahre her ist. 

Pete: Als wir noch in Dänemark gewohnt haben, hatte eine meiner jüngeren Schwestern einen Hasen. In Dänisch heißen sie "Kanin" und wir haben sie - warum auch immer - "Kaninoses" genannt. Sie und ich haben für unsere kleinste Schwester eine Show veranstaltet, in welcher sich die Hasen mit so seltsamen und witzigen Stimmen unterhielten und sich gegenseitig ärgerten. Es schien so echt, dass meine Schwester richtig sauer auf die "bösen Hasen" wurde. Und es fühlt sich so an, als ob das genau das ist, was wir heute machen: Wir reden mit Dingen, die eigentlich nicht leben und geben ihnen Persönlichkeiten.

Du hast eben erwähnt, dass du als Kind in Dänemark gelebt hast, als du in etwa so alt warst wie Riley, der Hauptcharakter in "Alles steht Kopf". Wie hast du dich damals in der fremden Umgebung gefühlt?

Pete: Ich bin in Minnesota aufgewachsen und mein Vater hat an seiner Dissertation gearbeitet, weshalb wir nach Kopenhagen gezogen sind. Wie Riley im Film kannte ich dort niemanden und sprach nicht einmal die Sprache. Im Film benutzen wir das als Metapher für das Erwachsenwerden. Viele Menschen, wie auch Jonas' Frau, sind oft umgezogen und teilen diese Erfahrung. Aber selbst diejenigen, die das nicht kennen, werden von der Geschichte berührt werden.

Jonas: Als Kind umzuziehen ist definitiv keine Entscheidung über Leben oder Tod, aber es ist sicherlich etwas Bedeutendes. Es verändert und beeinflusst dich. Das scheint ziemlich universal und passend für einen Film.

Eine weiter Kindheitsfrage: Hattet ihr früher imaginäre Freunde?

Jonas: Ich habe mit meinem Spielzeug gespielt als ob es leben würde, wie im Film "Toy Story". Ich habe mit ihnen geredet und Treffen veranstaltet. Aber Pete sollte euch lieber seine Geschichte dazu erzählen. Seine ist gut.

Pete: Ich hatte mal einen kleinen Elefanten. Er ist ein kleines Auto gefahren, das auch an den Wänden kleben konnte. Meine Eltern liebten klassische Musik, also jedes Mal, wenn sie mich auf ein Konzert geschleppt haben und ich anfing mich zu langweilen, begann ich in die Programmhefte zu malen und mir vorzustellen, wie mein unsichtbarer Freund herumfährt. Trotzdem wusste ich, dass er nicht echt ist. 

Jonas: Ist er jemals aus seinem Auto gestiegen? Oder ist er die ganze Zeit nur umhergefahren?

Pete: Ja, er konnte schon aus seinem Auto raus, er lebte in einem kleinen Schuhkarton. Er hieß Norman.

Gibt es einen Grund, weshalb die Gefühle in Rileys Kopf in gemischt sind, weiblich und männlich?

Pete: Wir haben mit Riley angefangen. Sie ist unsere Hauptfigur. Ich glaube jeder von uns hat weibliche und männliche Neigungen in sich. Und aus dem Standpunkt des Filmemachers, ist es einfach witziger ein breites Spektrum an Charakteren zu haben: tiefe Stimmen, hohe Stimmen, große Charaktere und kleine Charaktere. Wir wollten wirklich nur Abwechslung schaffen. Und dann hatten wir im Film diese Abendbrot-Szene, in der man im Kopf der Mutter und des Vaters ist, da sind viele Ebenen gleichzeitig darzustellen. Wir fanden, dass, wenn beide Figuren, Mutter und Vater, gemischte Emotionen in ihrem Kopf hätten, es für die Zuschauer ziemlich kompliziert gewesen wäre zu unterscheiden, in welchem Kopf wir uns gerade befinden. Wen schauen wir uns gerade an? Ist das die Mutter oder der Vater? Also war es viel einfacher einfach Schnurrbärte an sie zu heften - das ist der Vater. Und mit den Perrücken - das ist die Mutter.

Jonas: Und in dem Moment in dem wir das so machten, lachte an dieser Stelle jeder, was ein gutes Zeichen ist.

Pete: Einfach ist gut.

Warum hat die Figur FREUDE gelbe Haut und blaue Augen und blaue Haare, wohingegen alle anderen Charaktere einfarbig sind?

Pete: Wir wollten, dass FREUDE komplexer ist, weil sie unsere Hauptfigur ist. Wir dachten es wäre gut das auch visuell darzustellen. Ursprünglich hatte sie orangene Haare und ein orangenes Kleid, so dass die Farben sich mehr ähnelten. Aber irgendwie fühlte sich das nicht richtig an. Am Ende gefiel es uns so am besten und es ist auch ein bisschen wie ein Vorzeichen, weil ihre blauen Haare zu KUMMER passen.

Jeder liebt KUMMER. Hattet ihr eine Inspiration für sie?

Pete: Phyllis Smith, die englische Synchronstimme, hat uns wirklich dazu inspiriert, wie KUMMER zu spielen ist. Und Peter Sohn, der Animateur, hat uns auch inspiriert. Er war der Regisseur von "The Good Dinosaur". Er ist ein wirklich witziger Typ! Er kam zu uns und malte ein paar Skizzen von KUMMER und er konnte wirklich witzig weinen. Also dachten wir anfangs, dass KUMMER ein Junge sein sollte und auch, dass er viel weinen würde. Aber wir wollten sicher gehen, dass es in dem Film genug weibliche Figuren gibt, vor allem da es ja auch im Kopf eines Mädchens spielt. Deshalb haben wir sie dann doch zu einem Mädchen gemacht. Phyllis, die Schauspielerin, brachte das gute Maß an Unsicherheit in die Rolle. In dem Sinne, dass sie sich für alles entschuldigt. Aber zur gleichen Zeit hat KUMMER auch das Gespür dafür, dass sie etwas tun muss. Das wurde wirklich zu einem wichtigen Teil der Figur. Letztendlich entwickelte sich das während des Prozesses, wie auch die ganze Story. Es war nicht wie BING - und alles ist da!

Wie lange hat es denn von der ersten Idee bis zum finalen Film gedauert?

Jonas: Um die fünf Jahre, wir haben die Idee im Herbst 2009 aufgegriffen.

Pete: Aber der Großteil davon bestand aus Schreiben. Sich die Geschichte auszudenken und die Charaktere zu entwickeln dauerte um die drei Jahre.

Jonas: Genau, also noch zwei Jahre um den Film eigentlich zu produzieren.

Jonas, du bist der Produzent des Films. Kannst du beschreiben, was dein Job eigentlich bedeutet? Was machst du als Produzent?

Jonas: Na klar. Der Produzent ist wie der Coach eines Sportteams, wie auch der Regisseur. Meine Aufgabe ist es, zu organisieren und den Film auf die Beine zu stellen. Ich hole den Film aus Petes Kopf und bringe ihn auf die Leinwand. Ich helfe dabei Teams verschiedener Künstler zusammenzustellen: Schriftsteller, Editoren, Animatoren, Computer-Artists, und so weiter. Jede Menge gute und talentierte Künstler nehmen all das, was Pete sich ausdenkt, schreiben es auf, während sie mit den Schriftstellern zusammenarbeiten. Das stecken wir in den Computer und bekommen die Ideen auf den Bildschirm. Ich organisiere das Ganze sozusagen. Pete, der Regisseur, ist der kreative und ich bin der organisatorische Kopf des Films.

Ihr beide habt ja Kinder. Was halten die denn von eurem Projekt? Sie müssen wohl denken, dass ihr Papa der coolste Vater der Welt ist, oder?

Pete: Ich hoffe die denken das sowieso. (lacht)

Jonas: Ich weiß nicht, ob meine Kinder glauben, dass ich der coolste Dad bin, aber ich glaube meine Kinder denken, dass jeder Papa sowas macht.

Pete: Das stimmt!

Jonas: So wie: "Und welchen Film macht dein Papa gerade?" (lacht) Sie sind so aufgeregt und sie lieben den Film. Sie lieben es, die Szenen schon früher zu sehen zu bekommen und die ersten zu sein, die die kleinen Spielzeuge bekommen. Darauf sind sie sehr stolz.

Pete: Meine Tochter war 11 als wir mit dem Film angefangen haben und es hat uns eine Art Anreiz für diesen Film gegeben, sie so aufwachsen zu sehen. Aber jetzt ist sie 16 und ich glaube, ihr gefällt es immer noch mit uns abzuhängen.

Soll es eine Fortsetzung von "Alles steht Kopf" geben?

Jonas: Also, zwei Dinge: Wir versuchen stets beim Original zu bleiben. Nach "Oben" sagten wir: "Lass uns was komplett anderes machen" und das brachte uns nun hierher. Jetzt, da der Film fertig ist, haben wir dieselbe Unterhaltung nochmal und freuen uns darauf etwas komplett anderes in Angriff zu nehmen. UND: Eine Fortsetzung müsste über ein Mädchen sein, das so um die 12 bis 14 Jahre alt wäre. So mutig sind wir dann doch nicht.

Pete: Zu gefährlich!

Jonas: Wir sagen dennoch niemals nie!

Wie findet ihr den Film? Welcher ist euer Lieblingscharakter? Schreibt es uns in die Kommentare!
01.10.2015
Leonie
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